Bewerben per e-mail

Kürzlich bekam ich wieder eine Bewerbung für ein Praktikum in unserer Agentur.  Jungen Leuten, insbesondere Schülerinnen und Schülern sieht man sicherlich formale Fehler nach. Dennoch sind diese hinderlich, das gewünschte Praktikum, den gewünschten Job zu bekommen. Die Anrede allgemein mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu halten ist schon ein no-go. Daraus erkenne ich, dass ich gerade eine Rundmail erhalten habe. Warum sollte ich mir also die Mühe machen, den Text überhaupt zu lesen? Man kann im Internet, im Impressum recherchieren, wer der vermeintlich richtige Ansprechpartner ist, mindestens wer die Geschäftsleitung ist. Also bitte immer mit einer persönlichen Anrede starten. Es folgte der Satz, dass ich eine Bewerbung erhalte. Aber keinerlei Hinweise auf die interessierte Person, nicht, warum gerade bei uns, nicht was das besondere Interesse ist. Impliziert wurde, dass ich ja den Anhang öffnen und mich informieren könne. Gern hätte ich auf den ersten Blick gewusst, mit wem ich es zu tun habe und warum gerade wir angeschrieben wurden. Den Zusatz: „Bei Fragen können Sie sich gern an mich wenden“ ist auch nicht glücklich. Das heißt „Ich habe meine Pflicht getan, wenn Sie interessiert sind, können Sie sich ja melden – und sonst eben nicht“. Ich frage mich, ob man so ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle bekommt.

Machen Sie sich klar, dass alle mit Angeboten, Anfragen und Stellengesuchen überschwemmt werden. Wenn Ihr Text gelesen werden soll, müssen Sich sich etwas einfallen lassen und für den schnellen Leser einen interessanten Anker setzen. Das Auge muss irgendwo hängen bleiben. Das ist nicht leicht – erst recht nicht für ungeübte, junge Leute. Ganz klar. Ein erster Beginn wäre, die persönliche Anrede. Zum zweiten, sollte man mal gucken, wo man sich bewirbt und sich fragen, was man sich von diesem Unternehmen erhofft, erwartet. Daraus ergibt sich das Interesse, was man kurz formulieren sollte. Diese beiden Punkte sollten auf jeden Fall ganz individuell sein. Andere Satzbausteine können in allen Briefen wiederkehrend sein.

Ich frage mich, ob in der Schule, die ja das Praktikum verlangt, überhaupt keine Hilfestellung gegeben wird und wenn doch, welche. Die Schülerin hat sicherlich Ihr bestes Wissen gegeben, aber sie wurde nicht gut beraten.

Bestimmt haben Sie auch viele Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht. Erzählen Sie es mir auf meinem Blog. Ich freue mich darauf.