Duzen oder siezen?

Im Berufsleben wird es mit dem Duzen und Siezen immer schwieriger. Gerade junge Firmen, bzw. solche mit vornehmlich jungen Angestellten, geben sich häufig locker und cool, indem sie für sich festgelegt haben, dass man sich über alle Hierarchien hinweg duzt. Das ist völlig legitim, da es eine interne Absprache ist. Schwieriger wird es wenn externe Personen hinzukommen: Fall 1:  Eine junge Person bewirbt sich, man skypet und trifft sich zum Vorstellungsgespräch. Im 2. Satz des ersten Gesprächs fällt die Bemerkung, dass man sich intern duzt. Deshalb wird der Interviewpartner ebenfalls sofort geduzt und dies impliziert die Aufforderung und auch die Einwilligung des Gesprächspartners, zum generellen Du überzugehen.

Fall 2: Ein (zukünftiger) Kunde/ externe Gesprächspartner besucht die Firma und wird mit einem flotten Du begrüßt. Oftmals noch mit dem Hinweis, dass man sich in der Firma generell duzt.

Was fehlt? In beiden Fällen fehlt die Abfrage, ob der Gesprächspartner mit der Regelung einverstanden ist. Die junge Firma setzt voraus, dass alle Personen, die mit ihnen in Kontakt treten, sich auf das Du einlassen und einlassen wollen. Es fehlt die Nachfrage, ob es dem Gesprächspartner recht sei, wenn man sich fortan duzen würde. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil der Gesprächspartner bei Nachfrage einwilligt. Es ist jedoch nicht vorauszusetzen. Der einfache Satz: „Ist Ihnen das recht? “ bewahrt vor Irritationen und wahrt die Form.