Der Elefant im Raum.


Gestern stand ich auf dem BIG BANG KI FESTIVAL tatsächlich vor ihm.

Er steht für ein Thema, über das in Unternehmen noch immer viel Unsicherheit und Sprachlosigkeit herrscht:

Krebs am Arbeitsplatz.

Ich möchte den Gedanken erweitern.

Auf Burn-out, Depressionen und andere schwere Erkrankungen, die das Leben eines Menschen von einem Moment auf den anderen verändern können.


Bei YES!@WORK yeswecan!cer wurde ich gebeten, meine Meinung zu dem Satz auf dem Schild zu sagen:

„Unternehmen tragen Verantwortung, wenn Mitarbeitende erkranken.“

Bei „Verantwortung“ bin ich zunächst zusammengezuckt.

Denn ein Unternehmen trägt nicht automatisch die Verantwortung dafür, dass ein Mensch erkrankt.
Sehr wohl trägt es Verantwortung dafür, wie einem schwer erkrankten Menschen im Unternehmen begegnet wird.

Vieles entscheidet sich dabei im täglichen Miteinander mit der Führungskraft und dem Team.
Nehmen sie wahr, wenn sich ein Mensch verändert? Wenn jemand stiller wird, sich zurückzieht oder ungewohnt reagiert?
Wissen sie, wie sie das Gespräch beginnen können?

Wie spreche ich jemanden an, ohne ihm zu nahe zu treten? Was kann ich anbieten? Wie halte ich Verbindung? Wie kann eine Rückkehr an den Arbeitsplatz gut vorbereitet werden?

Denn eine schwere Erkrankung betrifft auch das Team. Aufgaben werden aufgefangen, Sorgen entstehen und häufig auch Unsicherheit darüber, was gesagt und gefragt werden darf.

Führungskräfte und Mitarbeitende darauf vorzubereiten, halte ich für einen wichtigen Teil guter Zusammenarbeit.

Wahrnehmen, ansprechen und zugewandt bleiben.
Besonders dann, wenn die richtigen Worte zunächst fehlen.

Was erlebt Ihr in Unternehmen? Was hilft im Umgang mit schwer erkrankten Mitarbeitenden und wo entsteht Sprachlosigkeit?

Britta Balogh