„Ich reiße mir Arme und Beine aus. Und wofür?“


Mein Kunde Oliver sitzt ermattet und frustriert vor mir.

Oliver kämpft um seine Abteilung.
Seit Monaten steht sie unter besonderer Beobachtung der Geschäftsleitung.
Kosten, Ergebnisse, Strukturen: Alles wird hinterfragt.
Drei Mitarbeitende stehen auf der Abschussliste.
Oliver will das verhindern.

Er hat Abläufe verändert, Kosten gesenkt und gemeinsam mit seinem Team die Ergebnisse verbessert.
Die Einschätzung der Geschäftsleitung ändert sich trotzdem nicht.

Im Coaching prüfen wir zunächst, ob Oliver mit weiterem Einsatz überhaupt noch Einfluss auf diese Entscheidung nehmen kann.

Dann schauen wir auf ihn.
Was treibt seinen Einsatz persönlich an?
Oliver will seine Abteilung und drei Arbeitsplätze retten.
Mit der Zeit ist daraus auch ein persönlicher Kampf geworden.

Er will zeigen, dass seine Einschätzung richtig ist. Dass er die Abteilung retten und sich gegen die Geschäftsleitung durchsetzen kann.
Gelingt ihm das, hätte er zugleich gezeigt, dass er bereit für die nächste Managementebene ist.

Damit steht für Oliver inzwischen mehr auf dem Spiel als die Zukunft seiner Abteilung.
Aufgeben würde sich für ihn wie Verlieren anfühlen.

Beharrlichkeit und hoher Einsatz können große Stärken sein. Zu wissen, für welches Ziel und zu welchem Preis man sie einsetzt, gehört ebenso dazu.

Was hast Du in Deiner Arbeit schon erlebt, wenn aus überzeugtem Einsatz ein persönlicher Kampf geworden ist?

Britta Balogh